Winter 2018

Liebe Patienten/innen, liebe Gäste, liebe Kollegen/innen, liebe Freunde und Bekannte,

Der Winter hat sich in diesem Jahr zu einem ganz passenden Zeitpunkt angekündigt. Nach einem trockenen schönen warmen Herbst gab es am letzten Oktober Wochenende 60 cm Schnee. Lange hielt er allerdings der wärmenden Sonne nicht stand und schmolz wieder völlig weg. Dann begann das grosse Warten und die meisten schauten gegen den Himmel und fragten sich, wann wird es Frau Holle in diesem Jahr wohl richtig einwintern lassen? Ja es dauerte bis am 10. Dezember und dann fiel der lang ersehnte Schnee vom Himmel. Zum offiziellen Winterbeginn am heutigen 21. Dezember regnete es am Abend tatsächlich auch in Parpan.

Der Winter in der chinesischen Medizin:
Bis am 21.12. nimmt das Yang nochmals etwas ab und das Yin erreicht seinen grössten Anteil. Ab diesem tiefsten Punkt des Winters beginnt das Yin sich wieder in Yang zu wandeln und auf den Winterschlaf folgt nah dis nah das Erwachen.
Der Winter gehört zum Wasserelement und ist dem grossen Yin zugeordnet. Das ist die Zeit, wo draussen in der Natur am wenigsten Bewegung herrscht. Es ist die kälteste Jahreszeit mit der kürzesten Sonnen Stundenzeit. Zur Natur des Wassers gehört die Farbe blau. Im Winter gefriert das Wasser und wird somit steinhart. Deshalb gehören auch die härtesten Strukturen unseres Körpers in dieses Element. Das sind die Knochen samt Knochenmark und die Zähne. Nieren und die Blase finden auch in diesem Element platz, denn sie haben viel mit Wasser und fliessen zu tun. „Es geht mir an die Nieren“ zeigt klar wohin sie gehören, es weist uns hin auf Nieren, Wille und Angst. Wie oft müssen wir vor einem Rennen, grossen Herausvorderungen oder Prüfungen nochmals aus Angst Wasser lösen! Das Gehirn gehört ebenfalls in dieses Element, zumal alles, was mit Denken zusammenhängt, dem Wasser zugeordnet wird. Das Denken, der Wille, die Intuition und die Kreativität sind auch hier zu Hause. Alle Ideen werden im Wasser geboren. Die Träume und der Schlaf „der Herr gibt`s ihnen im Schlaf“, sie beheimaten sich auch im Wasserelement. Wie oft erleben wir es, dass unser Unterbewusstsein über die Nacht in Aktion tritt und wir haben am Morgen die tollsten Lösungen vor Augen :-)und das alles gratis!
Alles Befruchtende, Anpassungsfähige, Hinabsteigende und Verschwindende, Rückzug, Stille und der Tod sind diesem Element zugeordnet. Der salzige Geschmack, der faulige Geschmack und die Kälte gehören natürlich auch hier hin. Wenn wir zu viel salziges essen (z.B. gesalzene Nüssli vor dem TV an den langen Winterabenden) verletzten wir die Nieren, denn es entsteht eine Verhärtung und eine Austrocknung stellt sich ein. Verstopfungen entstehen, die Haut trocknet aus und gereizte Schleimhäute können auftreten. In diesem Element wird auch das Baby gezeugt und der Embryo wächst im Fruchtwasser der Mutter wunderbar heran, wenn sich die schwangere Frau in dieser Jahreszeit mit reichlich warmen gekochten Lebensmitteln ernährt. Es ist so oder so extrem wichtig, in dieser Jahreszeit drei gekochte Mahlzeiten zu sich zu nehmen, damit das Nierenfeuer stetig genährt wird. So steht permanent genügend Qi – Energie für alle wichtigen Lebensprozesse zur Verfügung. Wehe das Nierenfeuer wird ausgezerrt bis die „Batterien“ fast lehr sind, dann machen wir nicht mehr viel, sind müde, können keine Entscheidungen treffen, sind unlustig und die Angst steht auch im Vordergrund. Daher lohnt es sich ganz bestimmt, schon am Morgen gekochtes zu essen, mit einem warmen Bauch zur „Arbeit“ zu gehen und so erleben wir den Winter in einer wunderbaren spielerischen Form.

Sehr geeignet sind natürlich in dieser Jahreszeit lang gekochte wärmende Kraftsuppen wie zum Beispiel Hühnersuppe mit Wintergemüse, Bündner Gerstensuppe, Kürbissuppe mit Curry etc. Mhhh……
Jetzt wünsche ich Ihnen allen einen aktiven lebendigen Winter mit voll geladenen Batterien und viel Sonne und LIEBE im Herzen 🙂

Mit winterlichen Grüssen an Alle
Mary Seeli
Parpan 21.12.2018

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